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amfori BSCI - Business Social Compliance Initiative

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
amfori BSCI - Business Social Compliance Initiative

Über amfori BSCI - Business Social Compliance Initiative

Die amfori Business Social Compliance Initiative (BSCI) ist eine Unternehmensinitiative, die 2003 von der damaligen Foreign Trade Association (FTA) gegründet wurde. Im Jahr 2018 wurde der Handelsname der FTA zu amfori geändert. amfori BSCI legt den Fokus auf Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten. Aktuell zählt amfori BSCI mehr als 2.400 Mitglieder, darunter sowohl Markenherstellende als auch Unternehmen aus dem Einzelhandel und der Importbranche, die Produkte auf dem globalen Markt verkaufen. Die Überprüfungen sind nicht auf einen bestimmten Sektor, eine Produktgruppe oder eine Dienstleistung beschränkt. Die Mitglieder haben Zugang zur amfori Sustainability Platform, auf der sie ihre Lieferkette abbilden und die Resultate der Sozialaudits in allen Fabriken, mit denen sie zusammenarbeiten, listen.

Kategorie: Kleidung

Bewertung von amfori BSCI - Business Social Compliance Initiative

amfori BSCI ist eine der großen Unternehmensinitiativen mit einflussreichen Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Lebensmittel und Textilien. Die Umsetzung sozialer Kriterien bleibt jedoch unzureichend – insbesondere fehlen wirksame Instrumente zur Durchsetzung existenzsichernder Einkommen/Löhne. Auch in puncto Glaubwürdigkeit bestehen Defizite. Ein Bezug zur Just Transition fehlt vollständig.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, Vereinigungsfreiheit, Organisations- und Kollektivverhandlungsrechte in der Lieferkette anzuerkennen. Die Vorgaben bleiben allgemein, ohne verpflichtendes Monitoring oder konkrete Verbesserungspflichten.
  • Der Standard verweist verbindlich auf ILO-Übereinkommen und Gesetze gegen moderne Sklaverei, identifiziert Risikoregionen, -sektoren und -arbeitskräfte. Unternehmen sind zur Umsetzung von Risikoanalysen und weiterführender Maßnahmen verpflichtetet.
  • Der Standard definiert eine nachvollziehbare Methode zur Berechnung eines existenzsichernden Einkommens/ Lohns, z.B. anhand der Anker-Methode oder nationaler Referenzwerte. Verbindliche Vorgaben zu Zahlung, Nachweis oder Transparenz fehlen.
  • Der Ansatz einer Just Transition wird durch Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung oder Umschulung für klimafreundliche Technologien und nachhaltige Produktion unterstützt, eine aktive Einbindung der Beschäftigten erfolgt nicht.
  • Der Standard enthält keine Aussagen zu den Rechten indigener Gemeinschaften und verweist nicht auf die UN-Erklärung über die Rechte indigener Völker (UNDRIP).

Ökologie

Ökologie
  • kein Fokus

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen werden empfohlen.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf technische Unterstützung oder begleitende Maßnahmen für eine Wandel im Sinne einer Just Transition oder eine agrarökologische Transformation. Eine über die reine Normerfüllung hinausgehende Förderung fehlt.
  • Unternehmen werden zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltsprüfung entlang der Lieferkette verpflichtet. Anforderungen orientieren sich an internationalen Standards (u.a. UNGPs) und umfassen Prävention, Abhilfe und Berichterstattung.
  • Audits werden von externen, unabhängigen Stellen durchgeführt. Die Prüfinstanz ist nicht in den Standardinhaber oder die zertifizierten Unternehmen eingebunden. Beteiligung von Rechteinhaber*innen oder öffentliche Ergebnisse sind verpflichtend.
  • Der Standard bietet ein strukturiertes Beschwerdeverfahren und fördert den Zugang zum Justizsystem durch Betroffene aktiv – etwa durch Rechtsberatung, Hilfe bei der gerichtlichen Durchsetzung von Rechten oder Kooperationen mit lokalen Ombudspersonen.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf Agrarökologie oder einen gerechten sozial-ökologischen Wandel (Just Transition) und thematisiert weder die Rolle von Menschenrechten noch die Beteiligung betroffener Gruppen im Kontext von Klimastrategien.
  • Audits werden von unabhängigen, externen Stellen durchgeführt und beinhalten vertrauliche Interviews mit Beschäftigten und anderen Rechteinhaber*innen. Audit-Ergebnisse sind öffentlich zugänglich, jedoch nur aggregiert, etwa in Wirkungsberichten.
Farbschema: