Labelchecker

bioRe® - Sustainable Cotton Standard

Zurück
Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
bioRe® - Sustainable Cotton Standard

Über bioRe® - Sustainable Cotton Standard

Die Schweizer Remei AG ist seit der Gründung 1983 eines der ersten Unternehmen in Europa, das sich für den An bau biologischer Baumwolle einsetzt. Zur Kundschaft zäh len heute u. a. CooP Schweiz, Greenpeace, Mammut, Grüne Erde und Globetrotter. Remei arbeitet mit Partner*innen in Tansania und Indien zusam men. Die nachhaltige Her stellung der Produkte ist Teil der Verkaufsstrategie. Die unabhängige bioRe Stiftung besitzt die Marke bioRe® und den Standard „bioRe® Sustainable Cotton“. Dieser Standard betrachtet bäuerli che Familien als gleichberech tigte Handelspartner*innen und gewährleistet monetäre sowie soziale Leistungen. Ex terne Institute überwachen die Einhaltung. Die Remei AG ist für die Umsetzung des Standards und faire Handels praktiken verantwortlich.

Internetseite: https://biore.ch

Kategorie: Kleidung

Labeltyp: Eigenmarken

Bewertung von bioRe® - Sustainable Cotton Standard

Der „bioRe Sustainable Cotton“-Standard befindet sich derzeit in Revision. Er deckt die gesamte textile Kette ab – vom Anbau bis zum Verkauf – und bezieht sich ausschließlich auf Bio-Baumwolle. Den Pro duzierenden wird die Abnahme des Rohstoffs garantiert. Positiv hervorzuheben sind die langjährigen Geschäftsbeziehungen, das im Standard verankerte Konzept einer Just Transition sowie Maßnahmen zu dessen Umsetzung. Auch die Forderung nach existenzsichernden Einkommen/Löhnen ist ein wichtiger Bestandteil, allerdings fehlt bislang eine verbindliche Methode zur praktischen Umsetzung.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, Vereinigungsfreiheit, Organisations- und Kollektivverhandlungsrechte in der Lieferkette anzuerkennen. Die Vorgaben bleiben allgemein, ohne verpflichtendes Monitoring oder konkrete Verbesserungspflichten.
  • Der Standard bezieht sich zusätzlich zur ILO-Norm auf nationale oder internationale Gesetzgebungen gegen moderne Sklaverei. Alternativ oder ergänzend benennt er konkrete Risikobereiche oder gefährdete Gruppen. Maßnahmen werden nicht behandelt.
  • Der Standard erkennt das Konzept existenzsichernder Löhne und Einkommen an, verpflichtet jedoch nicht zur Umsetzung oder operationalisiert das Ziel nicht weiter.
  • Der Standard sieht neben Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen erste partizipative Elemente zur Einbindung von Arbeiter*innen bei der Umstellung auf nachhaltige Produktionsformen vor. Eine umfassende Mitgestaltung fehlt.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert eine Diversifizierung des Anbaus sowie die Verwendung lokaler Arten und Produktionsverfahren.
  • Der Standard schreibt vor, dass GVOs nicht in der Lieferkette angebaut, verarbeitet oder als Tierfutter verwendet werden dürfen.
  • Der Standard fordert ein Monitoring des Wasserverbrauchs, aber nicht entlang der gesamten Lieferkette und ohne unterstützende Maßnahmen zur Ressourcenschonung.
  • Der Standard empfiehlt Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien und die Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen, ohne verbindliche Anforderungen oder Nachweis.
  • Der Standard fordert teilweise ein Abfall- und Abwassermanagement zur Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling. Abfälle und Abwasser sind so zu behandeln, dass negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit vermieden werden.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise eine Beschränkung der Nutzung von Chemikalien und Pestiziden.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard stellt technische Unterstützung bereit, die über die reine Normerfüllung hinausgeht, wie Maßnahmen für klimafreundliche Produktionsweisen, agrarökologische Umstellungen oder sozialverträgliche Übergänge im Sinne einer Just Transition.
  • Unternehmen werden zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltsprüfung entlang der Lieferkette verpflichtet. Anforderungen orientieren sich an internationalen Standards (u.a. UNGPs) und umfassen Prävention, Abhilfe und Berichterstattung.
  • Der Standard spiegelt ein holistisches Verständnis von Agrarökologie oder Just Transition und fordert punktuell Maßnahmen zu deren Stärkung. Die Umsetzung bleibt ohne systematische Verankerung.
  • Die Kennzeichnung gibt sowohl den Anteil zertifizierter Rohstoffe als auch die abgedeckten Lieferkettenstufen an. Die Informationen sind sachlich korrekt, aber nicht zwingend verständlich oder anschaulich für Konsument*innen aufbereitet.
Farbschema: