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ETI - Ethical Trading Initiative

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
ETI - Ethical Trading Initiative

Über ETI - Ethical Trading Initiative

ETI (Ethical Trading Initiative) ist ein führender Zusammenschluss von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Unternehmen, der mit den wichtigsten Interessengruppen zusammenarbeitet, um praktische Lösungen für die Beendigung von Menschenrechtsverletzungen bei der Arbeit zu fördern. Pionierunternehmen, NROs und Gewerkschaften gründeten die ETI 1998, um grundlegende Menschenrechte in globalen Lieferketten zu fördern. Der ETI-Basiskodex ist ein international anerkannter Kodex für Arbeitspraktiken, der von allen ETI-Mitgliedern umgesetzt werden soll. Er stützt sich auf die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). ETI hat derzeit über 100 Mitglieder, darunter Aldi, Lidl, Tchibo und Inditex.

Kategorie: Kleidung

Bewertung von ETI - Ethical Trading Initiative

ETI bezieht die gesamte Wertschöpfungskette mit ein und sieht die Verantwortung für die Umsetzung der Standards bei den Mitgliedsunternehmen. Daher werden auch Einkaufspraktiken und Managementsysteme berücksichtigt. Positiv hervorzuheben ist der Fokus auf eine Just Transition, die über reine Normerfüllung hinausgeht und nachhaltige Produktionsweisen unterstützt. Im sozialen Bereich bleibt der Standard jedoch hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere bei der Verbindlichkeit sozialer Anforderungen und der Umsetzung in der Praxis zeigt sich Verbesserungsbedarf.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, den Anteil tariflich abgesicherter Beschäftigter zu erfassen und zu dokumentieren. Dies dient als Indikator für gewerkschaftliche Organisierung. Ein Monitoring erfolgt, jedoch ohne verpflichtende Zielvorgaben.
  • Der Standard verweist verbindlich auf ILO-Übereinkommen und Gesetze gegen moderne Sklaverei, identifiziert Risikoregionen, -sektoren und -arbeitskräfte. Unternehmen sind zur Umsetzung von Risikoanalysen und weiterführender Maßnahmen verpflichtetet.
  • Der Standard verpflichtet zur Berechnung eines existenzsichernden Einkommens/Lohns. Unternehmen müssen zudem differenzierte Lohntransparenz (z.B. nach Geschlecht/Funktion) schaffen oder Mindestpreise zur Deckung existenzsichernder Produktionskosten garantieren.
  • Der Standard fordert und fördert die aktive Partizipation von Beschäftigten an der Umstellung auf nachhaltige Produktionsweisen, z. B. durch Mitbestimmung, Konsultationen oder betriebliche Gremien.

Ökologie

Ökologie
  • kein Fokus

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard stellt technische Unterstützung bereit, die über die reine Normerfüllung hinausgeht, wie Maßnahmen für klimafreundliche Produktionsweisen, agrarökologische Umstellungen oder sozialverträgliche Übergänge im Sinne einer Just Transition.
  • Unternehmen werden zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltsprüfung entlang der Lieferkette verpflichtet. Anforderungen orientieren sich an internationalen Standards (u.a. UNGPs) und umfassen Prävention, Abhilfe und Berichterstattung.
  • Audits werden von externen, unabhängigen Stellen durchgeführt. Die Prüfinstanz ist nicht in den Standardinhaber oder die zertifizierten Unternehmen eingebunden. Beteiligung von Rechteinhaber*innen oder öffentliche Ergebnisse sind verpflichtend.
  • Neben einem unabhängigen Beschwerdemechanismus enthält der Standard verbindliche Vorgaben für die Untersuchung und Behebung von Verstößen, zu Fristen, Monitoring und Rückmeldung an Betroffene. Der Umgang mit Beschwerden ist strukturiert geregelt.
  • Der Standard spiegelt ein holistisches Verständnis von Agrarökologie oder Just Transition und fordert punktuell Maßnahmen zu deren Stärkung. Die Umsetzung bleibt ohne systematische Verankerung.
Farbschema: