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SMETA - Sedex Members Ethical Trade Audit

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
SMETA - Sedex Members Ethical Trade Audit

Über SMETA - Sedex Members Ethical Trade Audit

SMETA (Sedex Members Ethical Trade Audit) ist die Sozialaudit-Methode von Sedex. Sedex ist eine Mitgliederorganisation, die eine Online-Plattform für Unter nehmen zum Management und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten bereitstellt. Prominente Mitglieder sind z. B. Ferrero, Mondelez und Nestlé. SMETA wurde entwickelt, um Auditor*innen bei der Durchführung von Audits zu unterstützen. Nur Unter nehmen (und deren Prüfende), die von Sedex festgelegte Kriterien erfüllen, können SMETA durchführen. Diese werden als „Sedex Affiliate Audit Company“ bezeichnet und sind unabhängige Organisationen von Sedex. Über 20.000 SMETA-Audits werden jedes Jahr auf die Sedex-Plattform hochgeladen.

Internetseite: https://www.sedex.com

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von SMETA - Sedex Members Ethical Trade Audit

SMETA überzeugt weder im sozialen Bereich noch in der Glaubwürdigkeit. Die Verantwortung für die Einhaltung der Standards liegt bei den Zulieferunternehmen, nicht bei Markenfirmen oder Handelsbetrieben, wodurch die negativen Auswirkungen der Beschaffungspolitik auf Arbeitsbedingungen unzureichend berücksichtigt werden. Existenzsichernde Einkommen/Löhne werden empfohlen, aber ohne konkrete Berechnungsmethode oder Umsetzungsstrategie. Es gibt keinen unabhängigen Beschwerdemechanismus mit Korrekturmaßnahmen . Das Konzept einer Just Transition wird nicht berücksichtigt.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, Vereinigungsfreiheit, Organisations- und Kollektivverhandlungsrechte in der Lieferkette anzuerkennen. Die Vorgaben bleiben allgemein, ohne verpflichtendes Monitoring oder konkrete Verbesserungspflichten.
  • Der Standard bezieht sich zusätzlich zur ILO-Norm auf nationale oder internationale Gesetzgebungen gegen moderne Sklaverei. Alternativ oder ergänzend benennt er konkrete Risikobereiche oder gefährdete Gruppen. Maßnahmen werden nicht behandelt.
  • Der Standard erkennt das Konzept existenzsichernder Löhne und Einkommen an, verpflichtet jedoch nicht zur Umsetzung oder operationalisiert das Ziel nicht weiter.
  • Der Standard fordert Schulungen zu Arbeitsrechten, sozialen Standards und menschenrechtlicher Sorgfalt. Sie beziehen sich jedoch nicht auf klimabezogene Transformationsprozesse oder darauf, wie Arbeiter*innen in diesem Prozess gestärkt werden können.

Ökologie

Ökologie
  • kein Fokus

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen werden empfohlen.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf technische Unterstützung oder begleitende Maßnahmen für eine Wandel im Sinne einer Just Transition oder eine agrarökologische Transformation. Eine über die reine Normerfüllung hinausgehende Förderung fehlt.
  • Risikobewertung oder Sorgfaltsprüfung werden gefordert, Vorgaben bleiben jedoch unpräzise oder beschränkt auf einzelne Lieferkettenstufen. Es fehlen verbindliche Verfahren, Kriterien oder eine klare Nachweispflicht für Unternehmen.
  • Audits werden von externen, unabhängigen Stellen durchgeführt. Die Prüfinstanz ist nicht in den Standardinhaber oder die zertifizierten Unternehmen eingebunden. Beteiligung von Rechteinhaber*innen oder öffentliche Ergebnisse sind verpflichtend.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf Agrarökologie oder einen gerechten sozial-ökologischen Wandel (Just Transition) und thematisiert weder die Rolle von Menschenrechten noch die Beteiligung betroffener Gruppen im Kontext von Klimastrategien.
Farbschema: