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Forum Nachhaltiger Kakao - Kakaoforum

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
Forum Nachhaltiger Kakao - Kakaoforum

Über Forum Nachhaltiger Kakao - Kakaoforum

Das Forum Nachhaltiger Kakao wurde im Juni 2012 gegründet und ist seit April 2014 ein eingetragener Verein. Mitglieder im Forum Nachhaltiger Kakao e.V. sind Unternehmen der Süßwarenindustrie, des Lebensmittelhandels, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie die Bundesregierung (vertreten durch das Entwicklungs- und durch das Landwirtschaftsministerium). Für die Koordination ist die Geschäftsstelle zuständig, die bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) angebunden ist. Gemeinsam verfolgt das Forum Nachhaltiger Kakao als Multi-Stakeholder-Initiative das Ziel, die Lebensumstände der Kakaobauern und -bäuerinnen und ihrer Familien zu verbessern sowie den Anbau und die Vermarktung von nach Nachhaltigkeitsstandards zertifiziertem Kakao zu erhöhen.

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von Forum Nachhaltiger Kakao - Kakaoforum

Die sozialen Kriterien bleiben insgesamt unzureichend. Zwar setzte das Kakaoforum 2024/25 einen Schwerpunkt auf existenzsichernde Einkommen/Löhne, doch fehlen verbindliche Anforderungen und klare Umsetzungsschritte. Die ökologischen Kriterien sind mittelmäßig. Positiv im Hinblick auf Glaubwürdigkeit sind der Multi-Stakeholder-Ansatz und erste Bezüge zur Just Transition, auch wenn konkrete Maßnahmen weiterhin fehlen.

Soziales

Soziales
  • Der Standard enthält eine grundsätzliche Anerkennung der Vereinigungs- und Organisationsfreiheit sowie der ILO-Abkommen 87 und 98. Die Umsetzung wird nicht operationalisiert, oder es fehlen klare Vorgaben für die Durchsetzung in der Lieferkette.
  • Der Standard bezieht sich zusätzlich zur ILO-Norm auf nationale oder internationale Gesetzgebungen gegen moderne Sklaverei. Alternativ oder ergänzend benennt er konkrete Risikobereiche oder gefährdete Gruppen. Maßnahmen werden nicht behandelt.
  • Der Standard verpflichtet zur Berechnung eines existenzsichernden Einkommens/Lohns. Unternehmen müssen zudem differenzierte Lohntransparenz (z.B. nach Geschlecht/Funktion) schaffen oder Mindestpreise zur Deckung existenzsichernder Produktionskosten garantieren.
  • Der Standard fordert Schulungen zu Arbeitsrechten, sozialen Standards und menschenrechtlicher Sorgfalt. Sie beziehen sich jedoch nicht auf klimabezogene Transformationsprozesse oder darauf, wie Arbeiter*innen in diesem Prozess gestärkt werden können.
  • Der Standard bezieht endogenes Wissen systematisch ein und fördert dessen Anwendung, Weitergabe und Weiterentwicklung durch partizipative Ansätze wie Wissensaustausch, gemeinschaftlich entwickelte Praktiken oder Bildungsmaßnahmen auf lokaler Ebene.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert eine Diversifizierung des Anbaus sowie die Verwendung lokaler Arten und Produktionsverfahren.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise, dass GVOs in der Lieferkette nicht angebaut, verarbeitet oder als Tierfutter verwendet werden dürfen. Die Verwendung von GVOs ist unter bestimmten Einschränkungen erlaubt.
  • Der Standard enthält keine Anforderungen zur ressourcenschonenden Nutzung von Wasser.
  • Der Standard empfiehlt Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien und die Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen, ohne verbindliche Anforderungen oder Nachweis.
  • Der Standard fordert kein Abfall- und Abwassermanagement, um negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu vermeiden.
  • Der Standard empfiehlt oder fordert nur teilweise eine Beschränkung der Nutzung von Chemikalien und Pestiziden.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen werden empfohlen.
  • Der Standard stellt technische Unterstützung bereit, die über die reine Normerfüllung hinausgeht, wie Maßnahmen für klimafreundliche Produktionsweisen, agrarökologische Umstellungen oder sozialverträgliche Übergänge im Sinne einer Just Transition.
  • Risikobewertung oder Sorgfaltsprüfung werden gefordert, Vorgaben bleiben jedoch unpräzise oder beschränkt auf einzelne Lieferkettenstufen. Es fehlen verbindliche Verfahren, Kriterien oder eine klare Nachweispflicht für Unternehmen.
  • Audits werden von unabhängigen, externen Stellen durchgeführt und beinhalten vertrauliche Interviews mit Beschäftigten und anderen Rechteinhaber*innen. Audit-Ergebnisse sind öffentlich zugänglich, jedoch nur aggregiert, etwa in Wirkungsberichten.
  • Der Standard erwähnt Agrarökologie oder Just Transition, bleibt dabei jedoch vage. Ein holistisches Verständnis, menschenrechtliche Bezüge oder Anforderungen an Mitgestaltung und Transparenz fehlen. Die Begriffe erscheinen ohne Operationalisierung.
Farbschema: