Die sozialen Standards und die Glaubwürdigkeit des RSPO sind mittelmäßig. Positiv ist das Ziel, existenzsichernde Einkommen/Löhne schrittweise umzusetzen. Die Umweltkriterien bleiben jedoch unzureichend: Prinzipien der Agrarökologie wie Diversifizierung oder Bodenschutz werden kaum berücksichtigt. Der großflächige Monokulturanbau verändert Landschaften und Mikroklimata tiefgreifend und führt zu Boden- und Wasserverlusten. Immer wieder kommt es auf zertifizierten Plantagen zu Landkonflikten, Arbeitsrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Unzugängliche und langwierige Beschwerdeprozesse werden von der Zivilgesellschaft ebenso kritisiert wie Unregelmäßigkeiten in der Offenlegung von Auditberichten.
Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) wurde 2004 u. a. vom WWF und Unilever ins Leben gerufen. Er klärtes Ziel ist es, den Wandel hin zu einer ökologisch und sozial nachhaltigen Palmölproduktion aktiv mitzugestalten. Heute zählt der RSPO über 6.000 freiwillige Mitglieder in 105 Ländern und Territorien, welche sämtliche Schritte der Wertschöpfungskette abdecken: Produktion, Verarbeitung, Handel, Konsumgüterherstellung, Einzelhandel, Banken und Investor*innen, NROs aus den Bereichen Um welt- und Naturschutz, Soziales oder Entwicklungszusammenarbeit. Im Dezember 2023 umfasste die nach den RSPO-Prinzipien und -Kriterien von 2018 zertifizierte Fläche 5,2 Millionen Hektar in 23 Ländern.