Labelchecker

WFTO - World Fair Trade Organization

Zurück
Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
WFTO - World Fair Trade Organization

Über WFTO - World Fair Trade Organization

Die World Fair Trade Organization (WFTO) wurde 1989 als International Federation of Alternative Trade gegründet. Sie hat ihren Sitz in den Niederlanden und ist die internationale Dachorganisation für über 400 Organisationen des Fairen Handels in rund 70 Ländern. Im Gegensatz zum Fair trade-Label, das produktbezogen ist, soll das WFTO-Label Organisationen auszeichnen, deren Kerngeschäft der Faire Handel ist. Organisationen, die regelmäßige Kontrollen erfolgreich bestehen, dürfen das WFTO-Label auf allen ihren Produkten verwenden. Die WFTO arbeitet auf der Grundlage eines robusten Überwachungssystems, das auf ihren zehn Prinzipien des Fairen Handels basiert.

Internetseite: https://www.wfto.com

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von WFTO - World Fair Trade Organization

Der Standard richtet sich an Organisationen und Unternehmen des Fairen Handels. Ökologische Kriterien stehen nicht im Fokus. Besonders gestärkt werden kleinbäuerliche Strukturen, partizipative Entscheidungsprozesse sowie der Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Produzent*innen-Gruppen. Langfristige Lieferbeziehungen und transparente Preisgestaltung tragen dazu bei, die negativen Auswirkungen konventioneller Beschaffungspolitik zu verringern und die Abhängigkeit vom Weltmarktpreis zu reduzieren. Das Audit-System der WFTO basiert auf einem integrativen Ansatz und kombiniert Selbstbewertung, Peer Review sowie externe Audits, um die Einhaltung der Fair-Handels-Prinzipien sicherzustellen.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, den Anteil tariflich abgesicherter Beschäftigter zu erfassen und zu dokumentieren. Dies dient als Indikator für gewerkschaftliche Organisierung. Ein Monitoring erfolgt, jedoch ohne verpflichtende Zielvorgaben.
  • Der Standard bezieht sich auf Gesetze gegen moderne Sklaverei, Hochrisikobereiche und gefährdete Gruppen. Erste Maßnahmen wie Risikokarten, Präventionsschulungen oder Lieferkettenprüfungen werden beschrieben. Eine verbindliche Umsetzung fehlt.
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen zur Zahlung existenzsichernder Einkommen/ Löhne, überprüft durch Audits, Berichte und Monitoring. Vorgaben betreffen schrittweise Lohnsteigerungen, Lohntransparenz, Entschädigungen und Mindestpreise nach realen Produktionskosten.
  • Der Standard sieht neben Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen erste partizipative Elemente zur Einbindung von Arbeiter*innen bei der Umstellung auf nachhaltige Produktionsformen vor. Eine umfassende Mitgestaltung fehlt.
  • Der Standard bezieht endogenes Wissen systematisch ein und fördert dessen Anwendung, Weitergabe und Weiterentwicklung durch partizipative Ansätze wie Wissensaustausch, gemeinschaftlich entwickelte Praktiken oder Bildungsmaßnahmen auf lokaler Ebene.
  • Der Standard verweist implizit oder explizit (UNDRIP) auf den Schutz individueller und kollektiver Rechte indigener Gemeinschaften, nennt aber keine Maßnahmen zu deren Umsetzung.

Ökologie

Ökologie
  • kein Fokus

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard stellt technische Unterstützung bereit, die über die reine Normerfüllung hinausgeht, wie Maßnahmen für klimafreundliche Produktionsweisen, agrarökologische Umstellungen oder sozialverträgliche Übergänge im Sinne einer Just Transition.
  • Unternehmen werden zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltsprüfung entlang der Lieferkette verpflichtet. Anforderungen orientieren sich an internationalen Standards (u.a. UNGPs) und umfassen Prävention, Abhilfe und Berichterstattung.
  • Audits werden von unabhängigen, externen Stellen durchgeführt und beinhalten vertrauliche Interviews mit Beschäftigten und anderen Rechteinhaber*innen. Audit-Ergebnisse sind öffentlich zugänglich, jedoch nur aggregiert, etwa in Wirkungsberichten.
  • Neben einem unabhängigen Beschwerdemechanismus enthält der Standard verbindliche Vorgaben für die Untersuchung und Behebung von Verstößen, zu Fristen, Monitoring und Rückmeldung an Betroffene. Der Umgang mit Beschwerden ist strukturiert geregelt.
  • Der Standard spiegelt ein holistisches Verständnis von Agrarökologie oder Just Transition und fordert stärkende Maßnahmen wie Netzwerkunterstützung, horizontalen Wissenstransfer, Transparenz sowie Partizipation von Rechteinhaber*innen in Transformationsprozessen.
  • Die Produktkennzeichnung ist transparent, verständlich formuliert und zeigt klar, wie viel zertifiziert ist und welche Stufen der Lieferkette abgedeckt sind – z B. durch Symbole, kurze Erklärtexte oder digital abrufbare Informationen.
Farbschema: