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WRAP - Worldwide Responsible Accredited Production

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
WRAP - Worldwide Responsible Accredited Production

Über WRAP - Worldwide Responsible Accredited Production

WRAP wurde von der Textil- und Schuhindustrie in den USA Mitte der 1990er-Jahre als Reaktion auf Berichte über ausbeuterische Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ins Leben gerufen. Mitglieder sind u. a. American Apparel und VF-Corporation mit den bekannten Marken Vans, The North Face, Eastpak oder Wrangler. Im Jahr 2020 nahmen mehr als 2.600 Fabriken aus 43 Ländern an dem Programm teil.

Kategorie: Kleidung

Bewertung von WRAP - Worldwide Responsible Accredited Production

WRAP stellt grundsätzlich keine eigenen Kriterien auf, sondern beruft sich auf nationale Gesetzgebung und die ILO-Kernarbeitsnormen. Es gibt keine Anforderungen an existenzsichernde Einkommen/Löhne, der Schutz von Beschäftigten überzeugt nicht. Der Standard im sozialen Bereich ist ungenügend, mangelhaft ist die Glaubwürdigkeit: Es fehlt an Transparenz, das Konzept einer Just Transition bleibt unberücksichtigt.

Soziales

Soziales
  • Der Standard enthält eine grundsätzliche Anerkennung der Vereinigungs- und Organisationsfreiheit sowie der ILO-Abkommen 87 und 98. Die Umsetzung wird nicht operationalisiert, oder es fehlen klare Vorgaben für die Durchsetzung in der Lieferkette.
  • Der Standard bezieht sich zusätzlich zur ILO-Norm auf nationale oder internationale Gesetzgebungen gegen moderne Sklaverei. Alternativ oder ergänzend benennt er konkrete Risikobereiche oder gefährdete Gruppen. Maßnahmen werden nicht behandelt.
  • Der Standard nennt existenzsichernde Löhne oder Einkommen nicht oder nur indirekt. Es fehlt eine Definition, Berechnungsmethode oder ein Hinweis auf entsprechende Maßnahmen oder Nachweise.
  • Der Standard fordert Schulungen zu Arbeitsrechten, sozialen Standards und menschenrechtlicher Sorgfalt. Sie beziehen sich jedoch nicht auf klimabezogene Transformationsprozesse oder darauf, wie Arbeiter*innen in diesem Prozess gestärkt werden können.

Ökologie

Ökologie
  • kein Fokus

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf technische Unterstützung oder begleitende Maßnahmen für eine Wandel im Sinne einer Just Transition oder eine agrarökologische Transformation. Eine über die reine Normerfüllung hinausgehende Förderung fehlt.
  • Der Standard enthält keine oder lediglich freiwillige Empfehlungen zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht in den Lieferketten. Eine verbindliche Umsetzung durch Unternehmen ist nicht vorgesehen.
  • Audits werden von externen, unabhängigen Stellen durchgeführt. Die Prüfinstanz ist nicht in den Standardinhaber oder die zertifizierten Unternehmen eingebunden. Beteiligung von Rechteinhaber*innen oder öffentliche Ergebnisse sind verpflichtend.
  • Der Standard verfügt über einen Beschwerdemechanismus, der unabhängig vom zertifizierten Unternehmen oder Prüfinstitut funktioniert. Die Ausgestaltung und Verfahrensweise bleiben allerdings vage oder wenig zugänglich für Betroffene.
  • Der Standard enthält keine Hinweise auf Agrarökologie oder einen gerechten sozial-ökologischen Wandel (Just Transition) und thematisiert weder die Rolle von Menschenrechten noch die Beteiligung betroffener Gruppen im Kontext von Klimastrategien.
Farbschema: