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SPP - Símbolo de Pequeños Productores

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
SPP - Símbolo de Pequeños Productores

Über SPP - Símbolo de Pequeños Productores

SPP ist ein Netzwerk kleiner Produzent*innenorganisationen und ein Label für Produkte von kleinen Erzeugungsbetrieben, das 2006 als eigenständige Organisation vom CLAC-Netzwerk (Lateinamerikanisches und Karibisches Netzwerk kleiner Fair-Trade-Produzent*innen) gegründet wurde, um Kleinproduzent*innen zu stärken und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Seit 2011 hat SPP auch Mitglieder in Afrika und Asien. Der Standard hat seinen Ursprung im Globalen Süden. Derzeit gibt es 121 Mitglieder, die landwirtschaftliche und handwerkliche Produkte herstellen. Das Label und der Standard sind Eigentum von SPP Global. Die Organisati on befindet sich zu 100 % im Besitz und unter der Kontrolle der Kleinproduzent*innen.

Internetseite: https://spp.coop

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von SPP - Símbolo de Pequeños Productores

Der Standard zeigt ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal durch seine Verankerung im Globalen Süden und die gezielte Stärkung von Kleinproduzent*innen, etwa durch einen Fokus auf existenzsichernde Einkommen/Löhne und Produktionskosten. Positiv hervorzuheben ist die Nachschärfung im Ökologiebereich in der letzten Standardauflage, agrarökologische Praktiken werden explizit gefördert. Es fehlt jedoch ein unabhängiger Beschwerdemechanismus.

Soziales

Soziales
  • Der Standard verpflichtet Unternehmen, den Anteil tariflich abgesicherter Beschäftigter zu erfassen und zu dokumentieren. Dies dient als Indikator für gewerkschaftliche Organisierung. Ein Monitoring erfolgt, jedoch ohne verpflichtende Zielvorgaben.
  • Der Standard bezieht sich zusätzlich zur ILO-Norm auf nationale oder internationale Gesetzgebungen gegen moderne Sklaverei. Alternativ oder ergänzend benennt er konkrete Risikobereiche oder gefährdete Gruppen. Maßnahmen werden nicht behandelt.
  • Der Standard verpflichtet zur Berechnung eines existenzsichernden Einkommens/Lohns. Unternehmen müssen zudem differenzierte Lohntransparenz (z.B. nach Geschlecht/Funktion) schaffen oder Mindestpreise zur Deckung existenzsichernder Produktionskosten garantieren.
  • Der Standard fordert und fördert die aktive Partizipation von Beschäftigten an der Umstellung auf nachhaltige Produktionsweisen, z. B. durch Mitbestimmung, Konsultationen oder betriebliche Gremien.
  • Der Standard erkennt das Wissen und die Erfahrung lokaler Akteur*innen explizit an. Erste Maßnahmen zur Einbindung lokaler Wissensformen finden statt, erfolgt jedoch nur punktuell und ohne systematische Struktur.
  • Der Standard verweist implizit oder explizit (UNDRIP) auf den Schutz individueller und kollektiver Rechte indigener Gemeinschaften und führt Maßnahmen zu deren Umsetzung an.

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert eine Diversifizierung des Anbaus sowie die Verwendung lokaler Arten und Produktionsverfahren.
  • Der Standard schreibt vor, dass GVOs nicht in der Lieferkette angebaut, verarbeitet oder als Tierfutter verwendet werden dürfen.
  • Der Standard verpflichtet zu ressourcenschonendem Wassermanagement entlang der gesamten Lieferkette. Er verlangt Monitoring des Verbrauchs und konkrete Reduktionsmaßnahmen, etwa Rückführung und Wiederverwendung, sofern technisch möglich.
  • Der Standard enthält keine Anforderungen oder Empfehlungen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien oder zur Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen.
  • Der Standard fordert teilweise ein Abfall- und Abwassermanagement zur Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling. Abfälle und Abwasser sind so zu behandeln, dass negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit vermieden werden.
  • Der Standard fordert ein umfassendes Verbot der Nutzung von hochgefährlichen Chemikalien und Pestiziden.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard bietet technische Unterstützung, z. B. Schulungen oder Handreichungen. Diese sind jedoch allgemein und nicht explizit auf agrarökologische Praktiken oder einen sozialverträglichen Übergang im Sinne einer Just Transition ausgerichtet.
  • Der Standard enthält keine oder lediglich freiwillige Empfehlungen zu Risikoanalyse und menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht in den Lieferketten. Eine verbindliche Umsetzung durch Unternehmen ist nicht vorgesehen.
  • Audits werden von externen, unabhängigen Stellen durchgeführt. Die Prüfinstanz ist nicht in den Standardinhaber oder die zertifizierten Unternehmen eingebunden. Beteiligung von Rechteinhaber*innen oder öffentliche Ergebnisse sind verpflichtend.
  • Der Standard bezieht sich auf Agrarökologie oder Just Transition in einem holistischen Verständnis, das ökologische, soziale, politische und wirtschaftlich‑transformative Dimensionen umfasst. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung fehlen jedoch.
  • Die Produktkennzeichnung ist transparent, verständlich formuliert und zeigt klar, wie viel zertifiziert ist und welche Stufen der Lieferkette abgedeckt sind – z B. durch Symbole, kurze Erklärtexte oder digital abrufbare Informationen.
Farbschema: