Der FairTSA-Standard wurde 2007 von Humanitarian Services International, einer US-amerikanischen Organisation, gegründet. Nach einer zweijährigen Testphase wurde der Standard 2011 offiziell eingeführt. Er umfasst landwirtschaftliche Produkte und deren Verarbeitung sowie Kosmetikprodukte und Textilien. Bis heute hat FairTSA rund 120 Produktionsbetriebe in bäuerlichen Gemeinschaften und Kooperativen, u. a. in Mexiko, der Dominikanischen Republik, Indien, Kambodscha, Honduras, Guatemala und China, zertifiziert. Die Produkte können entlang der gesamten Wertschöpfungskette zurückverfolgt werden.
FairTSA zeichnet sich durch gute ökologische Standards aus. Die Forderung von Maßnahmen zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Praktiken, das umfassende Verbot der Nutzung von hochgefährlichen Chemikalien sowie von GVOs sind positiv hervorzuheben. In der sozialen Kategorie und in Bezug auf die Glaubwürdigkeit schneidet FairTSA hingegen nur mittelmäßig ab: Zwar wird eine Methode zur Berechnung existenzsichernder Einkommen/Löhne vorgegeben, eine verpflichtende Umsetzung oder konkrete Ausgestaltung bleibt jedoch aus. Konzepte wie Agrarökologie und Just Transition werden in Ansätzen berücksichtigt, aber nicht umfassend integriert.