Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale, unabhängige Non profit-Organisation, die 1997 gegründet wurde, um eine Lösung für das Problem der Überfischung zu bieten. Der Ursprung liegt im Kollaps der Kabeljaubestände vor Kanada 1992. Als Reaktion entwickelten WWF und Unilever einen Umweltstandard für nachhaltige Fischerei – der Beginn des MSC. Heute vergibt der MSC Zertifikate auf Basis eines Umweltstandards und eines Rückverfolgbarkeitsstandards (Chain of Custody). Die Anforderungen wurden mit über 200 Expert*innen aus Wissenschaft, Fischerei und Umweltschutz entwickelt. Derzeit stammen rund 16 % des weltweiten Meeresfangs aus MSC-zertifizierter Fischerei; über 5.000 Unternehmen sind zertifiziert.
Das MSC-Siegel ist das bekannteste Label für zertifizierte Fischerei. MSC schneidet in puncto Glaubwürdigkeit gut ab, was u. a. auf eine ausgewogene Vertretung unterschiedlicher Interessengruppen und auf die im Standard verankerten Ansätze für eine Just Transition zurückzuführen ist. Bei den Umweltstandards zeigt MSC allerdings deutliche Schwächen: Sie reichen nicht aus, um das Problem der Überfischung nachhaltig zu lösen. Es gibt zwar Vorgaben zum Umweltmanagement der Betriebe, diese sind jedoch bislang nicht ausreichend, um echte Verbesserungen zu erzielen.