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MSC – Marine Stewardship Council 

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Skala (Basierend auf einer Untersuchung aus den Jahren 2020/2021):
= anspruchsvoll
= gut
= mittelmäßig
= unzureichend
= mangelhaft
= kein Fokus
MSC – Marine Stewardship Council 

Über MSC – Marine Stewardship Council 

Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine internationale, unabhängige Non profit-Organisation, die 1997 gegründet wurde, um eine Lösung für das Problem der Überfischung zu bieten. Der Ursprung liegt im Kollaps der Kabeljaubestände vor Kanada 1992. Als Reaktion entwickelten WWF und Unilever einen Umweltstandard für nachhaltige Fischerei – der Beginn des MSC. Heute vergibt der MSC Zertifikate auf Basis eines Umweltstandards und eines Rückverfolgbarkeitsstandards (Chain of Custody). Die Anforderungen wurden mit über 200 Expert*innen aus Wissenschaft, Fischerei und Umweltschutz entwickelt. Derzeit stammen rund 16 % des weltweiten Meeresfangs aus MSC-zertifizierter Fischerei; über 5.000 Unternehmen sind zertifiziert.

Internetseite: https://www.msc.org

Kategorie: Lebensmittel

Bewertung von MSC – Marine Stewardship Council 

Das MSC-Siegel ist das bekannteste Label für zertifizierte Fischerei. MSC schneidet in puncto Glaubwürdigkeit gut ab, was u. a. auf eine ausgewogene Vertretung unterschiedlicher Interessengruppen und auf die im Standard verankerten Ansätze für eine Just Transition zurückzuführen ist. Bei den Umweltstandards zeigt MSC allerdings deutliche Schwächen: Sie reichen nicht aus, um das Problem der Überfischung nachhaltig zu lösen. Es gibt zwar Vorgaben zum Umweltmanagement der Betriebe, diese sind jedoch bislang nicht ausreichend, um echte Verbesserungen zu erzielen.

Soziales

Soziales
  • kein Fokus

Ökologie

Ökologie
  • Der Standard fordert den Schutz bestehender natürlicher Ökosysteme, ihre nachhaltige Nutzung, sowie Maßnahme zu deren Revitalisierung.
  • Der Standard fordert keine Maßnahmen zur Förderung des Wohlergehens von Tieren in der Lieferkette.
  • Der Standard enthält keine Anforderungen oder Empfehlungen zur Verringerung der Abhängigkeit von nicht-erneuerbaren Energien oder zur Nutzung lokaler erneuerbarer Energiequellen.
  • Der Standard fordert teilweise ein Abfall- und Abwassermanagement zur Reduzierung, Wiederverwendung und zum Recycling. Abfälle und Abwasser sind so zu behandeln, dass negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit vermieden werden.

Glaub­würdigkeit

Glaubwürdigkeit
  • Der Standard beschreibt Verfahren zur Einbindung betroffener Gruppen, insbesondere Rechteinhaber*innen, in die Entwicklung und regelmäßige Überarbeitung des Standards. Partizipative Formate oder Konsultationsmechanismen sind verpflichtend.
  • Der Standard bietet technische Unterstützung, z. B. Schulungen oder Handreichungen. Diese sind jedoch allgemein und nicht explizit auf agrarökologische Praktiken oder einen sozialverträglichen Übergang im Sinne einer Just Transition ausgerichtet.
  • Der Standard bezieht sich auf Agrarökologie oder Just Transition in einem holistischen Verständnis, das ökologische, soziale, politische und wirtschaftlich‑transformative Dimensionen umfasst. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung fehlen jedoch.
  • Die Produktkennzeichnung ist transparent, verständlich formuliert und zeigt klar, wie viel zertifiziert ist und welche Stufen der Lieferkette abgedeckt sind – z B. durch Symbole, kurze Erklärtexte oder digital abrufbare Informationen.
Farbschema: