Die erste Fairtrade-Organisation wurde 1988 in den Niederlanden unter dem Namen „Max Havelaar“ gegründet. Heute fördern 25 nationale Fairtrade-Organisationen und sieben Marketingorganisationen die Bekanntheit von Fairtrade in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik. Fairtrade Deutschland e. V. (gegründet 1992 als TransFair e. V.) vergibt als nationale Fairtrade-Organisation in Deutschland das Fairtrade-Siegel gegen Lizenzgebühr an Produktgruppen, die nach den Fairtrade-Standards gehandelt und produziert werden. Die Mitglieder sind ausschließlich zivilgesellschaftliche Organisationen. Seit 1997 gibt es den Dachverband Fairtrade International e. V. (Fairtrade Labelling Organizations/ FLO), in dem auch drei Netzwerke von produzierenden Kleinbauern und -bäuerinnen und Beschäftigten in Afrika, Südamerika und der Karibik sowie Asien und dem Pazifikraum vertreten sind.
Ein insgesamt gutes System, das den Schwerpunkt auf soziale Kriterien legt und dabei die Realitäten verschiedener Akteure berücksichtigt. Positiv hervorzuheben ist, dass Fairtrade seit 2022 agrarökologische Prinzipien stärker in die Überarbeitung der Standards einbezieht. Problematisch bleiben jedoch u. a. die hohen Zertifizierungskosten für Kleinbauern und -bäuerinnen. Zudem fördert der Fokus auf den Massenmarkt Plantagenanbau und steigende Mengenbilanzierung, was Verbraucher*innen verunsichern kann.