Die internationale OEKO- TEX®-Gemeinschaft wurde 1992 gegründet und umfasst 17 akkreditierte Forschungs- und Prüfinstitute mit Büros in über 70 Ländern. Ihr Ziel ist es, die Sicherheit und Nachhaltigkeit von Textilien und Materialien zu gewährleisten. Die Institute entwickeln gemeinsam die Standards und Testmethoden und führen Laborprüfungen sowie Audits durch. In die Standardsetzung werden auch NROs und wissenschaftliche Vertreter einbezogen. Die OEKO-TEX®-Gemeinschaft vergibt Labels mit unterschiedlichem Fokus. OEKO-TEX® Standard 100 Dieser Standard, der seit 1992 vergeben wird, ist ein reines Verbraucherschutzsiegel und prüft Schadstoffrückstände im Endprodukt, inkl. aller Komponenten wie Knöpfe oder Reißverschlüsse. Der Fokus liegt auf Produktsicherheit, die durch Schadstoffprüfungen sichergestellt wird. Ein Vor-Ort-Besuch ist Teil des Zertifizierungsprozesses, um die Angaben der herstellenden Unternehmen und Qualität der Produktionsbedingungen zu überprüfen.
Die Kennzeichnung mit dem STANDARD 100 gibt keine Auskunft über soziale oder ökologische Kriterien – sie bezieht sich ausschließlich auf Schadstoffprüfungen. In puncto Glaubwürdigkeit schneidet der Standard mittelmäßig ab: Audits erfolgen zwar unabhängig, doch Beteiligung Betroffener und transparente Ergebnisse sind nicht vorgesehen. Ein strukturierter Beschwerdemechanismus ist vorhanden, wird jedoch nur teilweise nachvollziehbar umgesetzt. Das Konzept einer Just Transition ist nicht Teil des Standards.